Ein wichtiger Schritt zur Lizenz: Hertha BSC findet eine Lösung für die 40-Millionen-Anleihe
Bis Mitte März muss Hertha BSC die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren zur kommenden Zweitligasaison einreichen. Nach den Erfahrungen des Sommers 2023, als Hertha aus der Ersten Liga abgestiegen war, blicken viele Fans des Klubs diesem Termin mit einiger Sorge entgegen. Das scheint in diesem Jahr jedoch nicht nötig zu sein. Hertha hat nach eigenen Angaben die zentrale Voraussetzung für die Lizenzerteilung durch die Deutsche Fußball-Liga erfüllt.
Es geht um die Nordic-Bond-Anleihe über 40 Millionen Euro, die am 8. November dieses Jahres fällig wird. 2023 musste Hertha diese Anleihe zu deutlich erhöhten Zinsen für zwei Jahre verlängern, weil die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) nicht in der Lage war, sie fristgerecht zu bedienen. Das ist nun nicht mehr der Fall.
Mit mehreren Partnern habe Hertha ein an die Unternehmensplanung angepasstes Finanzierungskonzept entwickelt, teilte der Verein am Freitag mit. Dieses Konzept versetze Hertha „in die Lage, die im Herbst anstehende Rückzahlung der Anleihe fristgerecht vornehmen zu können“. Nähere Angaben, wie das Konzept aussieht und welche Partner involviert sind, machte der Klub dazu nicht. Ein Modell könnte die Umwandlung in ein Darlehen sein.
Nach der Verlängerung der Anleihe musste Hertha den Anlegern 10,5 Prozent Zinsen (zuvor 6,5 Prozent) zahlen. Künftig dürften es – der aktuellen Marktentwicklung entsprechend – deutlich weniger sein.
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Darauf jedenfalls lässt die Aussage schließen, mit der Herthas Geschäftsführer Tom Herrich in der Mitteilung des Vereins zitiert wird: „Unser konsequenter Sanierungskurs zeigt Wirkung und ermöglicht uns zusätzlichen Handlungsspielraum, beispielsweise durch verringerte Zinssätze.“
Herrich hatte bei Herthas Mitgliederversammlung im November über die Anleihe gesagt: „Diese Refinanzierung ist ein zentraler Schritt, der nicht nur zur finanziellen Stabilisierung unseres Vereins beiträgt, sondern auch für die Lizenzierung durch die DFL von entscheidender Bedeutung ist.“
Der Klub ist seit dem Abstieg zum Sparen gezwungen, hat die Gesamtkosten um 65 Millionen Euro reduziert. Nachdem im Sommer 2023 sogar die Gefahr einer Insolvenz bestanden hatte, sieht sich Hertha dabei inzwischen auf einem guten Weg. Das belegt auch die jetzt vorgelegte Bilanz für das zweite Halbjahr 2024.
Demnach hat die KGaA ihre Verbindlichkeiten von 102 Millionen um knapp die Hälfte auf unter 54 Millionen Euro gesenkt (53,9 Millionen). Die zinstragenden Verbindlichkeiten beschränken sich inzwischen ausschließlich auf die Nordic-Bond-Anleihe. Dem stehen laut Hertha Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 19,2 Millionen Euro sowie liquide Mittel von 10,3 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergebe sich eine Netto-Finanzverschuldung von unter 30 Millionen Euro.
„Der Halbjahresabschluss zeigt, dass wir weitere Fortschritte machen und für die finanziellen Herausforderungen, die mit einem Verbleib in der Zweiten Liga einhergehen, gewappnet sind“, wird Herthas Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen in der Mitteilung des Vereins zitiert.
Das Halbjahresergebnis beläuft sich auf minus 9,466 Millionen Euro. Davon entfallen 7,179 Millionen Euro auf Abschreibungen und den Abgang von Restbuchwerten. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Zinsaufwendungen in Höhe von 1,926 Millionen Euro ergibt sich laut Hertha ein operatives Minus von 361.000 Euro.