Start nach Maß ins Play-off-Viertelfinale: Eisbären haben volle Kontrolle über Straubing

Ab den Play-offs gilt nichts mehr, was in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) passiert ist – so heißt es. Und weil alles neu und ein bisschen anders ist, gilt es auch das Rahmenprogramm anzupassen.

Im neu gestalteten Video für die Play-offs 2025 haben die Eisbären ein Best-of der vergangenen zehn Titel zusammengestellt – garniert mit einem Knall. Die Vision, Ende April Meisterschaft Nummer elf zu gewinnen, wurde entsprechend untermalt mit einem regelrechten Feuerwerk vor 14.200 Zuschauenden in der Friedrichshainer Arena.

Der erste Schritt zu Nummer elf ist gemacht. Den Auftakt der Viertelfinalserie gegen die Straubing Tigers entschieden die Eisbären mit 5:1 (1:0, 2:0, 2:1) für sich. Sodass sie noch drei weitere Siege brauchen in diesem Best-of-seven-Duell mit den Niederbayern.

Eisbären wirken schon sehr gut sortiert

Mannschaften, die zuvor noch in der ersten Play-off-Runde gefordert waren wie die Straubinger, sind in der Regel besonders tückisch, weil sie im Rhythmus sind, während das gesetzte Team eine längere Spielpause hinter sich hat – in der allerdings auch üppig trainiert werden konnte. Trainer Serge Aubin gab sich nach dem ersten Schritt nüchtern: „Man hat gesehen, dass wir ein paar Tage nicht gespielt haben. Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber meine Mannschaft kann das noch viel besser.“

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Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Eisbären im ersten Viertelfinale gegen die Adler Mannheim große Probleme hatten, ließen sie sich diesmal nicht überrumpeln. Den Tigers war zwar anzumerken, dass sie unbedingt ein Zeichen setzen wollen, doch das gelang nicht. Was auch an Eisbären-Keeper Jonas Stettmer lag, der den Vorzug vor Jake Hildebrand erhalten hatte. „Ich hatte richtig Spaß im Spiel“, sagte Stettmer anschließend deutlich euphorischer als sein Coach, „das lief hervorragend für uns, einen besseren Auftakt kann man sich nicht vorstellen.“

Eisbären - Straubing 5:1 (1:0, 2:0, 2:1)

Tore: 1:0 Boychuk (16.), 2:0 Bergmann (26, SH1), 3:0 Ronning (39.), 4:0 Noebels (43.), 4:1 St. Denis (46.), 5:1 Wissmann (56.)

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Nachdem sich beide Mannschaften in diese Serie eingefunden hatten, erhöhten die Eisbären merklich den Druck. Ein Schuss von Zach Boychuk, der wohl Leo Pföderl am linken Pfosten erreichen sollte, wurde von einem Straubinger abgefälscht und rutschte direkt ins Tor. Mit 1:0 ging es in die erste Play-off-Pause für die Eisbären.

Trainer Serge Aubin spendiert Jungstürmern viel Eiszeit

Anschließend wirkte das Spiel wie die vier Auftritte in der Hauptrunde zwischen diesen Teams, die alle von den Eisbären gewonnen wurden. Aubins Mannschaft wirkte einmal mehr bestens vorbereitet auf ihren Gegner und wirkte wach, aggressiv in den Zweikämpfen und setzen zur rechten Zeit ihre Nadelstiche.

Ausgerechnet in Unterzahl vollendete Lean Bergmann einen Alleingang zum 2:0 (26.). Kurz vor der zweiten Pause zeigte Ty Ronning einmal mehr, warum er aktuell der beste Stürmer in der DEL ist. Mit einer Körpertäuschung ließ er seinen Gegenspieler aussteigen, legte sich den Puck zurecht und drosch ihn zum 3:0 ins Tor.

Gegen einen Gegner wie die Eisbären reicht es nicht aus, die Füße ins kalte Wasser zu halten und dann wieder zurückzuziehen, sondern man muss reinspringen.  

Craig Woodcroft, Trainer der Straubing Tigers

Bemerkenswert war an diesem Nachmittag, dass Aubin seinen Jungstürmern Maxim Schäfer (17) und Eric Hördler (20) viel Eiszeit spendierte. Routinier Marcel Noebels, der mit diesen beiden eine Reihe bildete, sorgte für das 4:0. Nun war das Spiel endgültig entschieden. Die Eisbären hatten volle Kontrolle über Straubing.

Straubings Trainer Craig Woodcroft empfand den Auftritt seiner Mannschaft als „zu soft“. Gegen einen Gegner wie die Eisbären „reicht es nicht aus, die Füße ins Wasser zu halten und dann wieder zurückzuziehen, sondern man muss reinspringen.“

Womöglich hatten die Gastgeber das Gefühl, dass es an diesem Tag zu leicht geht. Anschließend wirkte die eine oder andere Nachlässigkeit, sodass Stettmer einmal mehr keinen Auftritt ohne Gegentor feiern konnte. Travis St. Denis erzielte den einzigen Straubinger Treffer. Doch das solide Gerüst wackelte nicht wirklich. Kapitän Kai Wissmann sorgte für den 5:1-Endstand.

Am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr, Magentasport) stehen sich die beiden Mannschaften dann zum ersten Mal in dieser Serie in Straubing gegenüber.