Jesse Eisenberg ist jetzt auch Pole

Statt des Oscars hat Jesse Eisenberg nach den Arbeiten an seinem Film »Real Pain« eine andere Auszeichnung erhalten: die polnische Staatsbürgerschaft. Zuvor war der 41-Jährige mit dem Film für einen Oscar für das beste Originaldrehbuch nominiert worden, in dem es um das Familientrauma zweier jüdischer Cousins geht, die gemeinsam nach Polen reisen.

Wie »Variety«  berichtete, hatte Eisenberg sich bereits vor einiger Zeit um die polnische Staatsangehörigkeit beworben. Der Lokalzeitung »Głos Wielkopolski« hatte der Hollywoodstar demnach gesagt, er wolle »bessere Beziehungen zwischen Juden und polnischen Menschen schaffen«.

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Der polnische Präsident Andrzej Duda ließ es sich nicht nehmen, Eisenberg die Urkunde über seine neue Staatsangehörigkeit persönlich zu überreichen. Bei der Zeremonie erzählte der US-Schauspieler, dass er sich während der Dreharbeiten in Polen mit der Zeit immer wohler gefühlt habe. Erst dann sei ihm aufgefallen, dass seine Familie früher schon viel länger an diesem Ort gelebt hatte, als seine Familie nun in New York wohnte.

Eisenberg hatte »Real Pain« selbst geschrieben, darin mitgespielt und die Regie geführt, am Sonntag gewann sein Schauspielkollege Kieran Culkin mit dem Film den Oscar als bester Nebendarsteller.

Wie die BBC  berichtete, ist die Tragikomödie inspiriert von Eisenbergs Großtante, die vor einigen Jahren im Alter von 106 Jahren starb. Sie sei in Polen aufgewachsen, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aber in die USA geflohen. Andere Familienmitglieder, die in Polen blieben, seien während des Holocaust getötet worden. »Neben dieser Tragödie meiner Familiengeschichte gibt es auch die Tragödie, dass meine Familie keine Verbindung mehr nach Polen gespürt hatte«, sagte Eisenberg. »Ich wollte wirklich versuchen, wieder eine möglichst starke Verbindung aufzubauen.«

Präsident Duda zeigte sich darüber ebenso erfreut: »Ich freue mich, dass Menschen von jenseits des Ozeans ihr Erbe anerkennen, erkennen, dass ihre Vorfahren aus der Republik stammen, und versuchen, eine Verbindung zu unserem Land herzustellen.«