Halle Berry glaubt nicht, dass ihr Oscargewinn schwarzen Frauen geholfen hat

Halle Berry, 58, war vor mehr als zwei Jahrzehnten die erste Schwarze, die den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen hat. Geändert habe sich seitdem wenig, sagt die Schauspielerin in einer neuen Doku (»An der Spitze«, bei Apple TV+ ).

Tatsächlich gab es in dieser Kategorie seitdem mehrere Nominierungen, aber keine Darstellerin, die die Trophäe mit nach Hause nahm. »Das hat mich gezwungen, mich zu fragen: ›War das wichtig?‹«, reflektiert Berry ihren Gewinn von 2002. »Hat es wirklich etwas für schwarze Frauen verändert? Für meine Schwestern? Für unsere Reise?«

»Satt, diesen Platz allein zu besetzen«

Berry sicherte sich damals mit ihrer Performance in »Monster’s Ball« den Oscar. Insgesamt wurden 15 schwarze Schauspielerinnen für diese Auszeichnung nominiert, zuletzt Cynthia Erivo für ihre Rolle als Elphaba in der Musical-Verfilmung »Wicked«. Auch sie ging bekanntermaßen leer aus. Stattdessen erhielt »Anora«-Hauptdarstellerin Mikey Madison den begehrten Oscar.

Noch vor der Preisverleihung Anfang März hatte Berry ihre Hoffnung auf eine neue Preisträgerin zum Ausdruck gebracht: »Ich hoffe, dass dieses Jahr jemand neben mir steht. Denn ich habe es satt, diesen Platz allein zu besetzen«, sagte sie damals im Podcast »What Now?«.

Bereits 2021 hatte die Schauspielerin darauf gehofft: »Vor ein paar Jahren saß ich am Tisch mit Andra Day und gegenüber von Viola Davis, und beide waren für herausragende Leistungen nominiert«, so die Schauspielerin in der Doku. »Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass in diesem Jahr eine von ihnen den Preis gewinnen würde«.

Day war für ihre Performance in »The United States vs. Billie Holiday« nominiert, Davis für ihr Mitwirken in dem Musikdrama »Ma Rainey’s Black Bottom«. Auch sie wurden für ihre Leistungen nicht von der Akademie berücksichtigt.

»Das System ist nicht wirklich für uns gemacht«, schlussfolgert Berry dementsprechend. »Deshalb müssen wir aufhören, das zu begehren, was nicht für uns bestimmt ist.« Am Ende des Tages gehe es vielmehr darum, wie man das Leben der Menschen berühren könne. »Das ist es, wofür Kunst im Grunde genommen da ist.«

Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.