Weibliche Bond-Figur? Geht gar nicht, findet Helen Mirren
Wer an 007 denkt, hat sofort einen Mann im Sinn – und zwar einen, der nach sehr klischeehaften Rollenmustern gezeichnet ist: James Bond ist immer gut gekleidet, kloppt sich gern und ist einem erotischen Abenteuer gegenüber stets aufgeschlossen. Wie wäre es also mal, diese Figur zu brechen und stattdessen, sagen wir, eine Jasmine Bond auf die Leinwand zu bringen?
Diese Idee wird immer wieder diskutiert – die britische Schauspielerin Helen Mirren hält allerdings nichts davon. Der Zeitung »The Standard« gegenüber begründete Mirren das mit dem generellen Stil der Filmserie. »Das ganze Konzept von James Bond ist durchtränkt von und geboren aus tiefgreifendem Sexismus«, sagte Mirren. Sie sei zwar ein großer Fan des ehemaligen Bond-Darstellers Pierce Brosnan, aber die Figur des Agenten sei ihr immer unsympathisch gewesen. »Ich habe James Bond nie gemocht. Ich mochte nie, wie Frauen in James Bond waren«, sagte die Schauspielerin dazu.
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In dem Gespräch machte Mirren auch einen Vorschlag, was sie auf der Leinwand anstatt einer weiblichen Bond-Figur viel lieber sehen würde. Es geht dabei offenkundig darum, die tatsächliche Rolle von Frauen in Geheimdiensten zu würdigen. »Frauen waren schon immer ein wichtiger und unglaublich wichtiger Teil des Secret Service, sie waren es immer. Und sehr mutig«, führte die Schauspielerin aus. »Wenn man hört, was Frauen in der französischen Résistance getan haben, dann sind sie unglaublich, unglaublich mutig. Also erzählte ich echte Geschichten über außergewöhnliche Frauen, die in dieser Welt gearbeitet haben«, sagte Mirren.