»Adolescence« soll an allen weiterführenden Schulen in Großbritannien gezeigt werden
Die britische Miniserie »Adolescence« ist bereits wenige Wochen nach ihrem Start eine der erfolgreichsten Netflix-Sendungen aller Zeiten – und sie hat eine Debatte ausgelöst: über toxische Männlichkeit, die Incel-Community und die Brutalität sozialer Medien. Der britische Premierminister Keir Starmer unterstützt nun eine Netflix-Initiative, welche die Serie allen weiterführenden Schulen des Landes gratis zur Verfügung stellen soll.
Bei einem Treffen am Montag in der Downing Street mit einem der Serienmacher sowie mehreren Jugendschutzorganisationen nannte Starmer das Drama »bahnbrechend«. Er habe »Adolescence« zusammen mit seinem Sohn und seiner Tochter – beides Teenager – geschaut, und es habe ihn »schmerzhaft getroffen«.
»Adolescence« hat in diesem Monat in Großbritannien einen neuen Rekord aufgestellt: Es war die erste Streamingsendung, die es auf Platz eins der Einschaltquoten schaffte – noch vor den TV-Sendern.
Starmer: »eine wichtige Initiative«
Die vierteilige Miniserie erzählt die Geschichte des 13-jährigen Jamie, der seine Schulkameradin getötet hat. Auf bedrückende Art zeigen die Serienmacher, wie Jungs über die sozialen Medien in Frauenhass und Gewalt abdriften können. Die Sendung jetzt so vielen Schülerinnen und Schülern wie möglich zu zeigen, sei »eine wichtige Initiative«, sagte Starmer. »Wie ich bei meinen eigenen Kindern sehe, ist es essenziell, dass sie offen über die Inhalte, die sie sehen, und über die Veränderungen in der Kommunikation sprechen können.« Nur so könnten Eltern und Lehrkräfte sie darin unterstützen, mit schädlichen Einflüssen umzugehen.
»Dies ist keine Herausforderung, die Politiker allein mit Gesetzen lösen können«, sagte Starmer über toxische Männlichkeit und die Gewalt gegen Mädchen und Frauen. »Glauben Sie mir, wenn ich einen Hebel ziehen und es lösen könnte, würde ich es tun.« Wirklich etwas verändern könne man jedoch nur, indem man jungen Menschen und Jugendschutzorganisationen zuhöre und von ihnen lerne.
Serienmacher Jack Thorne sagte, er und Co-Autor Stephen Graham wollten eine Debatte anstoßen. »Wir wollten fragen: Wie können wir helfen, diese wachsende Krise zu stoppen?« Die Chance zu haben, das Thema nun an die Schulen zu bringen, übertreffe daher ihre Erwartungen. »Wir hoffen, es wird dazu führen, dass Lehrkräfte mit den Schülern sprechen – aber vor allem hoffen wir, dass es dazu führt, dass die Schüler miteinander sprechen.«