War Kieran Culkins Oscar-Dankesrede herzerwärmend oder übergriffig?

Während seiner Dankesrede bei der 97. Verleihung der Academy Awards verkündete Schauspieler Kieran Culkin, 42, vor aller Welt, dass er sich von seiner Frau Jazz Charton noch zwei weitere Kinder wünscht.

Schließlich habe sie ihm für den Fall eines Emmy-Gewinns ein drittes und für einen Oscar sogar ein viertes Kind versprochen. Er habe ihr nun nur noch eins zu sagen, sagte Culkin zum Abschluss seines Monologs: »Kein Stress. Ich liebe dich. Es tut mir wirklich leid, dass ich das schon wieder gemacht habe. Und lass uns mit den Kindern loslegen.«

Charton schien die Rede mit Humor zu nehmen, auch im Saal kam der Einblick ins Privatleben gut an.

Doch es gab auch Kritik an der öffentlichen Aufforderung Culkins, seine Partnerin möge doch ihr »Versprechen« einlösen – immerhin waren viele Millionen Zuschauer Zeuge des Monologs über die künftige Familienplanung.

In den sozialen Medien schrieben Personen unter anderem, sie hätten die Szene beim Zuschauen als unangenehm empfunden. Einige verwiesen auf das aktuelle politische Klima in den USA und das Recht von Frauen auf Kontrolle über ihren eigenen Körper, das in den Vereinigten Staaten so bedroht ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Charton selbst äußerte sich zwei Tage nach der Oscarverleihung auf Instagram zur Dankesrede ihres Mannes. Der Babypakt zwischen ihr und Culkin sei offenbar ein großer Motivator für ihren Mann gewesen, schrieb Charton. »Wäre er so weit gekommen, wenn ich ihm nicht ständig weitere Kinder versprochen hätte?«, fragte sie in ihrem Beitrag. »Wahrscheinlich. Aber wer kann das schon sagen?«

Es wirkt zumindest so, als ob Charton selbst es ihrem Mann nicht übel nimmt, dass er die Familienplanung öffentlich vorangetrieben hat. Aber bei einem eventuellen Gespräch der beiden über Culkins Dankesrede war auch kein Millionenpublikum dabei.

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Culkin gewann den Oscar in der Kategorie »Bester Nebendarsteller« für den Film »A Real Pain«. Lesen Sie hier eine SPIEGEL-Rezension des Films von Jesse Eisenberg .