Amazon-Gründer Jeff Bezos lädt zur Hochzeit – und schießt seine Verlobte ins All

Für die kommenden Jahrzehnte, schrieb der Historiker Philipp Blom kürzlich in einem Gastbeitrag  für den SPIEGEL, böten sich den Staaten Europas nur zwei Möglichkeiten: Vereinigung oder koloniale Unterwerfung. Vielleicht hat er noch eine dritte Option vergessen: Was, wenn unser ehrwürdiger Kontinent einfach zur Event-Kulisse für globale Superreiche degradiert wird?

Wobei: Da sind wir, wenn man ehrlich ist, schon lange angekommen. Dazu passt die neueste Nachricht aus den obersten Rängen unseres gegenwärtigen Tech-Feudalismus: Der US-Milliardär Jeff Bezos will seine Hochzeit in Venedig feiern.

Das zumindest berichten gerade sämtliche Klatschseiten des Internets. »Lange wurde es gemunkelt, jetzt sind die Einladungen verschickt«, hyperventiliert zum Beispiel die »Bild« , »Amazon-Gründer Jeff Bezos und seine Lauren Sánchez sagen Ja«. Außerdem erfahren wir, dass man sonst eigentlich nichts weiß, aber dass sich die Gästeliste immerhin »erahnen« ließe – denn vor zwei Jahren feierten Bezos und Sánchez schon eine Verlobungsparty.

Damals waren neben Bill Gates und Leonardo DiCaprio, der jordanischen Königin Rania Al Abdullah und der Influencer-Matriarchin Kris Jenner auch die Schauspieler Tobey Maguire und Andrew Garfield da – also ganze zwei Spidermans. Zwei Spidermans! Damit ist dann auch die Frage beantwortet, was Menschen begehren, die alles haben können: Sie nehmen dann eben alles zweimal.

Junggesellinnen im Weltall

Diese Verlobungsfeier von vor zwei Jahren kann auch sonst ein paar Hinweise geben, was da auf Venedig zurollt. Sie fand nämlich auf Bezos’ riesiger Segeljacht »Koru« statt, ob vor Cannes oder vor Positano oder vor beidem, da sind sich die Blätter nicht  so ganz einig . Und ja, das ist das 500-Millionen-Monster-Schiff, für dessen Stapellauf Bezos eine historische Brücke in Rotterdam vorübergehend abreißen lassen wollte, bis der Plan am Protest der Rotterdamer scheiterte. Mit 127 Metern ist die »Koru« zu groß für die meisten Jachthäfen, sodass sie immer mal wieder gezwungen ist, stattdessen neben Öltankern zu ankern.

Man darf nun gespannt sein, in welchem Winkel Bezos sein Langboot in die alte Lagunenstadt rammen wollen wird. Wird man die Rialto-Brücke vorrübergehend abtragen müssen? Obwohl, wenn man sie schon mal zerlegt hat – warum das Ding nicht einfach in bester Milliardärs-Tradition nach Miami transportieren, wo sie sich vor Laurens Schlafzimmer bestimmt irre gut machen würde?

Apropos lange Dinge rammen: Vor der Hochzeit wird Bezos seiner Verlobten noch ein ganz besonderes Geschenk machen – einen Weltraumflug in seiner phallischen Rakete . Nein, wirklich! Irgendwann im Frühjahr soll Sánchez zusammen mit Popstar Katy Perry, TV-Ikone Gayle King und drei anderen Frauen  in die »New Shepard«-Rakete klettern und sich dann mit dreifacher Schallgeschwindigkeit ins All ballern lassen. Ein Junggesellinnenabschied der besonderen Art! Ob es da oben wohl auch Hugos gibt?